Cabala Serpentis
Staatscabal Laikerias · Oberste Autorität für Magie
„Finis coronat serpentia“
Die unbestrittene Autorität für Magie
Die Cabala Serpentis ist die Staatscabal des laikerianischen Imperiums – und gilt in ganz Laikeria als die unbestrittene Autorität für Magie. Nicht nur für die schwarzen Künste, sondern für jede Disziplin: Weiße wie Schwarze Magie, Schamanismus, Runen-, Artefakt- und Bardenmagie unterstehen gleichermaßen ihrer Aufsicht.
Sie versteht sich nicht als Gemeinschaft altruistischer Gelehrter. Die Serpentis ist eine Magokratie: eine strenge, in sich geschlossene Hierarchie, in der einzig Macht, Wissen und Nutzen für die Cabal darüber entscheiden, wessen Wort zählt. Sie ist nicht gütig, nicht wohlwollend – sie ist stringent. Ausgleich kennt sie dennoch, und zwar in Reinform: Quid pro Quo, ihr erster Grundsatz, macht den Gefallen zur eigentlichen Währung der Cabal. Wer Wissen, Schutz oder Einfluss erhält, sammelt eine Schuld an; wer selbst Gefallen sammelt, löst sie ein, sobald es ihm nützt. Jede Regel, jede Prüfung, jede Strafe folgt derselben kalten Logik: dem Fortbestand und dem letztendlichen Triumph der Serpentis.
Die Cabal ist interdisziplinär und interkulturell, doch bedingungslos staatstreu gegenüber Laikeria. Weißmagier, Schwarzmagier, Schamanen und Barden aller Rassen und Herkünfte finden in ihr Aufnahme – vorausgesetzt, sie sind würdig und bereit, sich dem Wohl der Cabal unterzuordnen. Glaube gilt der Serpentis als reine Privatangelegenheit; wer in ihre Reihen eintritt, hat seine privaten Anliegen ohnehin hinter die Bedürfnisse der Cabal zu stellen.
Seit der Ordo Nova ist sie zudem die einzige verbliebene Cabal des Imperiums. In allen magischen Belangen übt sie laikerianisches Hoheitsrecht aus – sie spricht also nicht nur für sich selbst, sondern für den Staat. Damit steht sie neben dem Heer und der Beamtenschaft als eine der drei Säulen, auf die sich das Triumvirat stützt, und stellt mehrere Senatoren im laikerianischen Senat.
Diese Seite fasst zusammen, was in Laikeria allgemein über die Cabala Serpentis bekannt ist oder von jedem interessierten Reisenden in Erfahrung gebracht werden könnte. Die inneren Geheimnisse der Cabal bleiben davon unberührt. Stand der Aufzeichnung: 5042 d.l.K.
Laikeria
Der Kaiser starb, ohne einen Erben benannt zu haben. Das Reich wurde in drei Provinzen geteilt, die bald in einen langen und blutigen Bürgerkrieg gerieten. Shai, Anarat, Ibadi und Risha sagten sich los, und im Jahr 3806 d.l.K. wurde die Provinz Laikeria schließlich besiegt. Im Frieden von Reinhall teilte man das Imperium offiziell in die heutigen Länder auf: Hadran als Zentral-Laikeria, Aklon – das vormalige Raenna –, dazu Lir und Verillion.
Von diesem Schlag hat sich das Reich nie wieder vollständig erholt. Hadran jedoch versteht sich als der direkte Erbe des alten Imperiums und führt seit jüngerer Zeit wieder offiziell dessen Namen: Laikeria. Es ist somit kein vom Reich abgespaltenes Königreich, sondern der fortbestehende Kern des Imperiums selbst – und bis heute das größte zivilisierte Land der bekannten Welt.
Stand und Herkunft
Patrizier – Nachkommen der einstigen Patres Imperia – und Plebejer unterscheiden sich rechtlich kaum, sozial jedoch erheblich. Patrizierstatus erlangt man durch Geburt oder Adoption, niemals durch Einheirat.
Senat und Ämter
Der Senat bildet das höchste Gremium des Reiches. In den Kolonien wie Colonia Avidias Luruk durchläuft, wer politisch aufsteigen will, den Cursus Honorum: von Quaestor über Aedil und Prokonsul bis zum Censor.
Laikeria-Stadt
Mit rund 500.000 Bürgern die größte Stadt des Kontinents und Sitz aller zentralen Regierungsorgane. Das Haupthaus der Cabala Serpentis liegt vor den Toren der Stadt.
Ordo Censoris
Die Censoren wachen über Sicherheit, spirituelle Reinheit und Treue der Bürger. In magischen Fragen arbeiten sie eng mit der Cabala Serpentis zusammen.
Auch die Jahrhunderte des Niedergangs unter dem Namen Hadran überstand dieser Kern des Reiches. Durch alle Krisen hindurch blieb die Cabala Serpentis ihm loyal, und wurde gerade deshalb im Jahr 5011 d.l.K. mit dem Magiemonopol betraut: der ungeteilten Hoheit über alle magischen Angelegenheiten des Imperiums.
Jahrtausende im Dienst der Macht
Die Cabala Serpentis wurde vor mehreren Jahrtausenden im noch jungen laikerianischen Reich gegründet und gehörte bereits vor rund zweitausend Jahren, neben Harogan, zu den führenden Cabalen des Imperiums. Sie blieb Laikeria treu – auch nachdem das einstige Reich zeitweise zerfiel.
3112 d.l.K.
Die Cabala Serpentis wird zur obersten Cabal des laikerianischen Imperiums ernannt.
3810 d.l.K.
Während der Reichskern unter dem Namen Hadran fortbesteht, wird ihre Stellung als oberste Cabal erneut bestätigt.
5011 d.l.K.
Kaiser Laikir der XXXIX. führt die Ordo Nova ein. Per Senatsbeschluss erhält die Cabala Serpentis das Magiemonopol – zunächst noch unter der Kontrolle der malagitischen Kirche. Andere Cabalen Laikerias werden in den Folgejahren übernommen, reformiert, ausgelöscht oder schließen sich freiwillig an.
5019 d.l.K.
Kaiser Laikir der XXXIX. wird in Anguir von Verrätern getötet. In den Jahren danach ringen Senat, Heer, die malagitische Kirche und die Magiercabalen um die Regierung des Reiches – die Serpentis geht gestärkt daraus hervor.
5024 d.l.K.
Das Triumvirat übernimmt die Führung des Imperiums und ordnet den Staat neu: Die malagitischen Hohepriester werden aus dem Senat ausgeschlossen, und auf Anraten des Triumvirats befreit der Senat die Cabala Serpentis endgültig von den Doktrinen der malagitischen Kirche. Fortan gilt sie als spirituelles Rückgrat des laikerianischen Imperiums, ihr Archon erhält einen ständigen Sitz im Senat – und sie richtet das Register zur freiwilligen Selbstkontrolle magiebegabter Wesen ein.
5026 d.l.K.
Die Pflicht zur Begutachtung und Registrierung magischer Artefakte wird eingeführt.
Das Gesetz der Magie
Die Nutzung von Magie ist in Laikeria streng reglementiert und wird von der Serpentis kontrolliert und überwacht. Magie darf ausschließlich von registrierten Magiern und ausschließlich zur Selbstverteidigung eingesetzt werden; jede Anwendung ist zu melden. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen. Einzig Magier der Cabala Serpentis selbst sind von diesen Beschränkungen befreit – jedem Nicht-Mitglied kann die Anwendung von Magie allenfalls im Einzelfall gestattet werden, und stets nur in Anwesenheit eines Serpentis-Mitglieds.
Jedes magiebegabte Wesen – auch Priester und Schamanen mit Stellvertretermagie – ist angehalten, sich im Register zur freiwilligen Selbstkontrolle magiebegabter Wesen einzutragen. So kann niemandem zur Last gelegt werden, seine Fähigkeiten dem Staat vorenthalten oder Magie im Geheimen ausgeübt zu haben.
Magische Artefakte unterliegen derselben Pflicht zur Begutachtung und Registrierung durch die Cabal; es besteht Mitwirkungspflicht für jeden Bürger und jeden Gast. Gefährliche Gegenstände kann die Serpentis nach eigenem Ermessen in Verwahrung nehmen. Das Register dient zugleich dem Reich: Legionen und offizielle Legaten sollen im Bedarfsfall gezielt auf verzeichnete Artefakte zugreifen können.
Bei der Durchsetzung dieser Ordnung arbeitet die Cabal eng mit dem Ordo Censoris zusammen, dessen Censoren über die spirituelle Reinheit des Reiches wachen, sowie mit den Liktoren. Strafen für unerlaubte Magie verhängt sie in Abstimmung mit dem Laias, der Behörde für die innere Sicherheit Laikerias.
Auch das Militär führt eigene Verzeichnisse über Magiewirkende – und greift für seine Feldzüge regelmäßig auf die Unterstützung der Cabal zurück.
Die Grundsätze der Cabal
Das Leben in der Cabala Serpentis ist bis ins Einzelne geregelt. Den Rahmen dafür geben ihre Grundsätze, in denen jeder Adept von seiner Aufnahme an unterwiesen wird und die ihn ein Leben lang begleiten. Sie sind keine Empfehlungen, sondern Gesetz – und sie kennen keine Milde für jene, die sie missachten.
Ihr Wortlaut bleibt der Cabal vorbehalten. Nach außen lässt sich nur sagen, worum sie kreisen: um den Ausgleich von Leistung und Gegenleistung, um Wissen als einzige Grundlage wahrer Macht, um Härte gegen sich selbst, um Gehorsam innerhalb der Hierarchie – und um den Vorrang der Cabal vor jedem persönlichen Anliegen.
Aufbau der Cabal
In Laikeria gibt es keine anderen Cabalen mehr – die Serpentis ist die einzige. Auch gegenüber den Cabalen der übrigen Welt ist sie deutlich anders aufgebaut: Wo dort ein Oberhaupt uneingeschränkt herrscht, ist der Archon der Serpentis vor allem eine politische Figur, die die Cabal nach außen vertritt – im Senat Laikerias, dem er als ständiges Mitglied angehört. Die Führung des Hauses teilt er sich mit einem Rat hochrangiger Erzmagier, der die langfristigen Ziele der Cabal bestimmt.
Das Haupthaus vor den Toren Laikeria-Stadts ist der Sitz der Cabal und Herz ihrer Ausbildung, ihrer Sammlungen und ihrer Forschung. Von dort aus wird ein Netz von Nebenhäusern in den Städten des Imperiums geführt. Jedes untersteht einem eigenen Vorsteher, der die Weisungen des Haupthauses in seiner Region durchsetzt und dem Senat seiner Stadt als ständiges Mitglied angehört.
Innerhalb der Häuser gilt eine strenge Rangfolge, die sich allein nach Wissen, Können und Nutzen für die Cabal richtet – vom Adepten in der Ausbildung bis zu den Erzmagiern, die ihn unterweisen. Wer höher steht, wird mit „Meister“ angesprochen; Weisungen werden nicht diskutiert. Zum Schutz des Haupthauses und seiner Würdenträger unterhält die Cabal mit den Excubitores Serpentis eine eigene Gardeeinheit.
Da die Serpentis eine reine Magokratie ist, können allein Magier zu Ruhm und Ehre gelangen. Angestellte und Sklaven verrichten dennoch einen Großteil der täglichen und wissenschaftlichen Arbeit in den Häusern.
Das Auryn
Das Wahrzeichen der Cabala Serpentis ist das Auryn: zwei Schlangen, ineinander verschlungen zu einem geschlossenen Kreis, jede den Schwanz der anderen im Maul. Was es der Cabal bedeutet, erfährt, wer ihr angehört.
In Silber und dunklem Grün getragen, sind dies zugleich die Farben der Cabal: das tiefe Grün alter Gewölbe und verborgener Archive, das kalte Silber unbestechlicher, disziplinierter Vernunft. Vor allem Erzmagier der Serpentis tragen diese Farben offen; darüber hinaus gibt es keine besonderen Kleidungsvorschriften.
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